50 Jahre evangelisches Gemeindezentrum in Garching Drucken
Montag, den 16. April 2018 um 06:27 Uhr

50 Jahre evangelisches Gemeindezentrum in Garching

Die evangelische Kirchengemeinde in Garching feiert mit einem Festgottesdienst am Sonntag, den 13. Mai 2018, 10 Uhr, in der Laudatekirche am Martin-Luther-Platz die Einweihung ihres Gemeindezentrums vor 50 Jahren Die Feier wird musikalisch vom Laudatechor mitgestaltet. Im Gottesdienst soll auch all jenen gedankt werden, die seit 50 Jahren an den verschiedensten Stellen und in unterschiedlichsten Aufgaben "zum Bau der Gemeinde" ehrenamtlich beigetragen haben.

Beschließen wird den Festtag in der Laudatekirche um 17.00 Uhr der Ökumenische Gottesdienst für die Einheit der Christen. Bei diesem Anlass wird an der Außenmauer der Kirche ein mannshohes Kreuz enthüllt. An ihm soll deutlich werden, dass der Heilswille Gottes allen Menschen gilt und aus der Kirche in die Gesellschaft hineinstrahlt.

Geschichtlicher Rückblick

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden in Garching - bis dahin evangelische Diaspora - viele Flüchtlinge und Aussiedler evangelischen Glaubens eine neue Heimat. Garching gehörte damals formal noch zur evangelischen Kirchengemeinde Freimann. Vor Ort durften die Gläubigen für ihre Gottesdienste einmal im Monat am Sonntagnachmittag in der katholischen Kirche St. Katharina feiern.

Als die Zahl der Evangelischen Anfang der sechziger Jahre auf die 1.000 zusteuerte, begannen die Planungen für ein eigenes Kirchenzentrum. Dafür kaufte das Münchner Dekanat 1961 ein Grundstück auf dem freien Feld nahe des Lebensmittelladens Tengelmann.

Im Jahr 1964 wurde die 1000-köpfige Gemeinde als Körperschaft Öffentlichen Rechts selbständig, ein eigener Kirchenvorstand lenkt seitdem die Geschicke der Gemeinde. "Zu den wichtigsten Aufgaben des neuen Kirchenvorstands gehörten die Bauprojekte für ein Gemeindezentrum, eine Kirche und einen evangelischen Kindergarten" erinnert sich der damalige Kirchenvorsteher Manfred Solbrig; denn für 1968 wurde ein Wachstum auf 2.000 Mitglieder bei insgesamt 7.500 Garchinger Bürgern erwartet.

Die Grundsteinlegung erfolgte bereits am 16. Juni 1967. Nach einer kurzen Bauzeit von nur 11 Monaten wurde am 5. Mai 1968 die Einweihung des Gemeindezentrum gefeiert. Es besteht aus einem Gemeindesaal, zwei Wohnungen für Pfarrer und Diakon sowie Jugend- und Clubräumen. Die Baukosten (ohne Grundstück) betrugen rund 450.000 DM.

Das Wirken des seit 1. März 1968 in Garching tätigen neuen Vikars und späteren Pfarrers Klaus Rückert (bis 1983) ließ die Zahl der Gottesdienstteilnehmer schnell ansteigen. Das neue Gemeindezentrum ermöglichte ein schnell wachsendes lebendiges Gemeindeleben mit der Gründung von zahlreichen Gruppen für die verschiedensten Interessen und Altersgruppen. Pfarrer Klaus Rückert erinnerte sich 1987 in einem Rückblick auf diese Zeit des Aufbruchs der Garchinger "Gemeinde im Miteinander" mit einem Satz aus Psalm 90: "..und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen...".

Der erste evangelischen Kindergarten in der Röntgenstraße eröffnete schon im Oktober 1969. Der Bau der Laudatekirche neben dem Gemeindezentrum in der Niels-Bohr-Straße wurde erst 12 Jahre später im Jahre 1981 abgeschlossen. Am 29. Oktober 2017 wurde das gesamte Kirchengrundstück von Bürgermeister Dr. Dietmar Gruchmann in "Martin-Luther-Platz" umbenannt.

Alexander Bautzmann