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Die Wunder Gottes PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Pfr. Freiwald   
Sonntag, den 04. März 2007 um 00:00 Uhr
Liebe Gemeinde,
schließen Sie die Augen und staunen Sie mit mir über die Wunder Gottes!
Sie sitzen am Meer in der Sonne, und Sie sehen dem Wunder der Wellen zu. Wellen mit weißen Mützen obendrauf nähern sich und klatschen mit rhythmischer Gleichmäßigkeit gegen den Strand. Es ist immer derselbe Vorgang: Die Wogen des salzigen Wassers steigen auf, gewinnen an Schwung, beugen sich und stehen auf, um den Strand zu grüßen, bevor sie krachend in den Sand branden. Wie viele Milliarden Mal hat sich dieses simple Wunder schon wiederholt seit Anbeginn der Zeit?
In der Ferne liegt ein Farbenwunder. Zwei Blautöne. Das Ozeanblau des Meeres trifft auf das Hellblau des Himmels und wird nur vom Horizont getrennt, diese unendliche Linie von ganz links nach ganz rechts, durchs ganze Blickfeld gespannt wie ein langes Seil.
Vor dieser Wunder-Kulisse die Menschen, die größten Wunder der Schöpfung. Eine junge Mutter schiebt ihr Kind im Kinderwagen. Beide haben erst vor kurzem teilgehabt an Gottes Wunder der Geburt, das Wunder des neuen Lebens. Sie gehen an einem älteren Herrn mit weißen Haaren vorbei, der auf einer Bank sitzt. Er weiß, was Leben ist. Er hat es gekostet vom Anfang bis fast zum Ende. Dahinter spielen drei Jungs am Stand Fußball. Das Wunder der Bewegung. Leicht und geschickt koordinieren sie unzählige Muskeln, setzen ihre vollkommen geschaffenen Gelenke, Knochen, Nerven ein, nur um eins zu erreichen: diesen Ball auf dem Sand zu bewegen.
Wunder… Wunder Gottes.
Es sind Wunder, weil es Geheimnisse sind. Man kann sie wissenschaftlich erklären, ja. Man kann sie bis zu einem gewissen Punkt auch nachmachen. Aber es bleiben Geheimnisse. Dinge, die über unser Verstehen hinausgehen und ihren Ursprung in einer anderen Welt finden. Sie sind genauso Wunder Gottes wie geteilte Meere, Lahme, die wieder gehen können, und leere Gräber.
Sie sind genauso Erinnerungen an Gottes Gegenwart wie Dämonen, die fliehen, und Stürme, die gestillt werden. Es sind Wunder. Es sind Zeichen. Es sind Zeugnisse. Es sind Erinnerungen an die Wahrheit, dass Unsichtbares nun sichtbar ist. Das Ferne ist nahe hergerückt, Gottes Herrlichkeit ist sichtbar gekommen und nun auch in den allergewöhnlichsten Ecken und Winkeln der Erde zu finden. Gott hat seinen Geist ausgeschickt in die Welt. Er ist jetzt nicht mehr irgendwo weit weg im Himmel, wo er nichts mitbekommt. Er ist hier, er durchflutet die Welt.
Das Verblüffende an den Wundern Gottes ist, dass sie so normal sind. Anstatt den Globus mit gelegentlichen Demonstrationen seiner Macht zu erschüttern, hat Gott beschlossen, seine Macht täglich zu zeigen. Das Schlagen von Wellen. Die Farben des Lichtes. Ein- und Ausatmen. Geburt, Tod, Leben. Wir sind umringt von Wundern. Gott bombardiert uns mit Zeugnissen seiner selbst wie mit einem Feuerwerk. Und jedes explodiert und ruft: „Gott ist da! Gott ist da!“
Der Psalmbeter staunt über solche Wunderwerke. „Wohin kann ich gehen vor deinem Geist? Wohin soll ich fliehen, damit du mich nicht siehst? Steige ich hinauf in den Himmel – du bist da. Verstecke ich mich in der Totenwelt – dort bist du auch.“
Ich frage mich wirklich, wie wir es schaffen, trotz so vieler wundersamer Beweise vor Gott zu fliehen. Wir schaffen es, irgendwie. So viele Tage vergehen, ohne dass wir auch nur einen Blick verschwenden auf den Reichtum Gottes. Wir leben in einer Kunstgalerie göttlicher Schaffenskraft, aber wir begnügen uns damit, auf den Teppich zu starren.
Noch tragischer und schlimmer ist es, wenn wir nach mehr verlangen. Mehr Zeichen. Mehr Beweise. Mehr Zaubertricks. He, Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann mach, dass es mir wieder besser geht, mach, dass ich diese Prüfung schaffe, mach, dass mein Konto wieder ausgeglichen ist.
Wie sind wir bloß so taub geworden? Wie sind wir bloß Gottes Güte gegenüber so stumpf geworden und sehen nur das Schlechte und staunen nicht mehr über das Gute? Natürlich gibt es das Dunkle und den Schrecken. Das Leid war schon immer das größte Argument gegen die Anwesenheit Gottes. Und viele Menschen tragen so schwer an einer Last, dass sie wirklich nichts sehen können und auch nichts hören wollen von Gottes Güte.
Die Wunder Gottes haben es dagegen schwer. Das Schreckliche ist immer eindrücklicher und offensichtlicher als das Schöne. Man kann auch gegen das Schöne abstumpfen. Zu oft gesehen, zu normal. Was ist schon besonderes an einem Frühling? Was ist schon dabei, wenn Vögel wieder singen? Was ist schon ein Baum, der die kleinen zarten Blätter schiebt, so filigran und unendlich weich? Kommen und gehen die Jahreszeiten nicht in jedem Jahr? Und gibt es am Strand nicht unendlich viele andere Muscheln als diese, die so schön ist?
Gelangweilt sagen wir: „Was soll’s?“ und werfen sie weg, denken bei jedem noch so zauberhaften Moment schon an den nächsten und halten uns im übrigen für die ärmsten und bedauernswertesten Geschöpfe auf der ganzen Welt, auf die niemand achtet, die niemand liebt.
Ich habe vor kurzem eine Frau getroffen, bei der hatte man Krebs festgestellt, und sie war lange in Behandlung, es stand auf der Kippe, und es war lange nicht klar, ob sie es schaffen würde. Sie hat mir das so erzählt, dass es irgendwann endlich besser wurde, und dass sie tatsächlich geheilt wurde. Von dem Tag, wo sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sagt sie: Das war wie eine zweite Geburt. Ab jetzt lebe ich mein Leben anders. Ich probiere alles Neue aus, ich gehe offen auf Menschen zu, freue mich mit ihnen und weine mit ihnen. Ich sage mehr Ja als Nein, ich freue mich über alles Schöne und vor allem lasse ich das ewige Jammern und Stöhnen, weil wieder irgend etwas nicht passt. Das ist alles Nebensache. Die Hauptsache ist: Ich lebe, und Gott hat mir dieses Leben geschenkt. Wenn andere, sagt sie, wenn andere sich über ein Blumenbeet freuen, das voller Blüten ist, dann freue ich mich nicht nur, mir kommen die Tränen. Wenn andere ein neugeborenes Baby bestaunen und sagen: Ach, wie herzig, wie süß, dann stehe ich da und bekomme vor Rührung kein Wort heraus.
Die Wunder Gottes, für dich und für mich gemacht. Wenn du wissen willst, was Gott tut, oder wenn du heute an Pfingsten wissen willst, was Heiliger Geist ist, schau dich um! Sei Augenzeuge seiner Herrlichkeit! Er umgibt dich jeden Tag. Alles, was du tun musst, ist wieder staunen zu lernen. Das nächste Mal, wenn du ein Kind lachen hörst oder eine Welle am Meer betrachtest, dann halte einen Moment an! Nimm dir die Zeit und höre, wie seine Herrlichkeit ganz sanft und leise flüstert: „Ich bin hier.“
 

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