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Predigten
Gott ist die Liebe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kathrin Frowein   
Montag, den 30. Mai 2016 um 08:04 Uhr

Liebe Brüder und Schwestern,

als ich klein war, dachte ich, Lebensmittel wachsen im Kühlschrank.

Denn: immer, wenn die Mama aufgemacht hat, war was drin. Er wurde nie ganz leer.

Dabei hatte ich nie beobachtet, dass jemand was Neues hineinlegt.

Grund: meine Mutter zwang meinen Bruder und mich zum Mittagsschlaf.

Vorzeitig aufstehen war streng verboten; und in dieser Zeit ging sie einkaufen,

allein, weil sie das einfacher fand als mit zwei kleinen Kindern.

Ich wusste das nicht.

Also hab ich mir zusammengereimt, wie das wohl kommt, dass der Kühlschrank immer gefüllt ist.

Es verschlug mir den Atem, als ich das erste Mal einen Supermarkt von innen gesehen hab und verstand: ach! Man KAUFT die Sachen!

Da Zeug wird hergestellt: Brot beim Bäcker, Wurst beim Metzger, Salat im Gemüseladen und Käse an er Theke im Supermarkt...

Dieses neue Wissen hat meine Weltsicht etwas entzaubert, entmystifiziert -

aber ich bedauere es nicht, dass meine Vorstellungen da realistischer wurden, denn aufgeklärt ist man dem Leben letztlich doch besser gewachsen.

Und deshalb bin ich Pfarrerin,

deshalb erzähle ich von Gott: Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Trauernden, Brautpaaren, Konfirmanden, Geburtstagskindern; nicht, weil die sich die Welt und ihr Leben nicht auch anders erklären könnten. "Gott ist die Liebe", das hat jeder schonmal gehört; der Teenager denkt dabei vielleicht mit Herzklopfen an einen Teenieschwarm; junge Eltern schauen glücklich auf das Baby; Erwachsene vielleicht auf Freunde, auf alt gewordene Eltern oder gut geratene erwachsene Kinder, alt und jung hat hoffentlich gute Freunde.

Liebe findet sich hoffentlich immer wieder mal im Leben. Und wir meinen, das ist alles, was Liebe heisst. Das ist alles, was von ihr zu erwarten ist - und sie ist einfach da, scheinbar von ganz allein.

Oder ist das ein Trugschluss, vielleicht, dass sie von ganz allein immer mal wieder auftaucht, die Liebe?

So wie ich als Kind beobachtet hab, dass immer was drin ist im Kühlschrank - und trotzdem war es ein Trugschluss, zu meinen, dass die Lebensmittel dort wachsen.

Oder wie es in den achtziger Jahren beim Kampf um die Kernenergie manchmal spöttisch hieß, "ich brauch kein Atomkraftwerk - bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!"

Ja, wir kennen alle die Liebe aus unserem eigenen Leben,

aber das ist nur ein kleiner, ein winziger Vorgeschmack auf das, was tatsächlich mit "Gott" gemeint ist. Unsere menschliche kleine Liebe für Gott zu halten,

das ist, wie wenn man meint, man kann sich das Sortiment vom Rewe vorstellen, nur weil man einmal einen Erdbeerjoghurt in Händen gehalten hat.

Und die Liebe ist in unserer Welt nicht einfach immer schon da, sondern sie kommt von Gott.

Ich bitte meine Konfirmanden immer: lasst euch mal probehalber ein auf den Glauben. Nur für die paar Monate eurer Konfirmandenzeit vielleicht, zum Selber Ausprobieren. Nehmt ihn mit nach Hause, prüft ihn auf Herz und Nieren, und wer ihn nicht will, der gibt ihn am Ende des Konfikurses zurück.

Denn manchmal, wenn jemand zum ersten Mal mit offenen Augen und offenem Herzen eintritt in diese Welt des Glaubens, mit Jesus Christus, mit dem Heiligen Geist und der Taufe und dem Abendmahl und der Hoffnung auf ewiges Leben,

dem bleibt die Luft weg, noch viel mehr als mir beim ersten Besuch im Supermarkt:

ach, DA kommt die Liebe her???

Sie ist NICHT einfach da, wie der Strom aus der Steckdose, wie die Lebensmittel im Kühlschrank,

sondern es gibt einen Urgrund, eine Quelle der Liebe, die ist viel größer als unsere Vorstellungen, viel größer als unsere Liebe und größer als alle Vernunft.

Das, was sich in unseren Herzen tut, wenn wir lieben,

das tut gut und ist schön.

Aber es ist nur ein winzig kleiner Ausschnitt dessen, was Gott an Liebe ist.

Das Verhältnis ist noch viel ungleicher,

als wenn man das riesige Sortiment, vom Rewe oder von der Metro, ins Verhältnis setzt zu einem einzelnen Erdbeerjoghurt.

Ich beharre da drauf so hartnäckig, weil ich immer wieder den gleichen Gesprächsgang erlebe bei Trauerbesuchen. Ganz oft höre ich da, dass der Verstorbene zwar nicht an Gott geglaubt hat - aber er war, so sagen die Angehörigen, natürlich trotzdem ein guter Mensch.

Und sie sagen es, als ginge es darum, beim Trauergespräch eine Prüfung zu bestehen, ob man gut genug war, in den Himmel zu kommen. Und sie sind erleichtert und dankbar, Gott sei Dank, wir können sagen, "er war ein guter Mensch. Er hat seine Familie geliebt. Hat für sie gesorgt. Sie war eine gute Mutter. Sie war eine echte Freundin." Oder ähnliches.

Und mich macht das traurig; ich denk, hier ahnen Menschen gar nicht, wie viel mehr man sich unter Gott vorstellen darf als eine Moralinstanz über Gut und Böse.

Um die Verstorbenen mach ich mir tatsächlich nie große Sorgen. Gott ist die Liebe, steht in der Bibel, als wird Gott seine Mittel und Wege haben, um Menschen aufzunehmen, die er doch selber geschaffen, gekannt und geliebt hat. Wer glaubt und getauft wird, der wird selig werden.

Darauf verlasse ich mich.

Aber für die Lebenden wäre das Leben so viel lebenswerter und schöner, wenn sie ahnen würden, wie viel größer Gottes Liebe ist als die eines Menschen, der für seine Familie sorgt - als die einer Mutter für ihre Kinder, größer als die Liebe zu einem guten Freund.

So viel größer wie ein Supermarkt ist als ein Erdbeerjoghurt.

Ich les Ihnen noch eine Geschichte vor von Werner Wollenberger; "Janine feiert Weihnachten".

auch hier geht es drum, was Menschen alles anstellen, aus Liebe.

Freuen Sie sich dran und halten Sie sich vor Augen: das alles ist nur ein Vorgeschmack auf die Liebe Gottes...

Und der Friede Gottes...

 
Pfingsten 2016 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kathrin Frowein   
Dienstag, den 17. Mai 2016 um 07:20 Uhr

Liebe Brüder und Schwestern,

unseren Taufstein hat die Laudatekirche zur Kirchweih von der katholischen Schwestergemeinde bekommen.

Die Taufe ist das einzige Sakrament, das wir gemeinsam haben, das wir wechselseitig anerkennen; eine evangelische Kirche mit einem katholischen Taufstein ist ein starkes Zeichen ökumenischer Verbundenheit.

Ich hab das neulich einer Gruppe von Gästen erzählt, hab außerdem auch von der Kinderbibelwoche gesprochen, den gemeinsamen Gemeindebriefen, von unserem gemeinsamen Garchinger Gebetbuch, den vielen gemeinsamen Schulgottesdiensten, dem gemeinsamen Biergarten hinter der Kirche beim Straßenfest;

die Gäste sagten ganz beeindruckt: hier in Garching wird die Ökumene offensichtlich großgeschrieben.

Manche von Ihnen wissen das, ich bin katholisch aufgewachsen - ich fühl mich sehr zuhause in der katholischen Kirche.

(ich weiß gar nicht, ob das den Katholiken recht ist? -)

aber ich selbst möchte uns allen genau das wünschen: dass wir uns vertraut und zuhause fühlen in der jeweils anderen Konfession, der jeweils anderen Kirche, hier in Garching oder woanders.

Dass wir bei den jeweils anderen keine "Gottesdienstbesucher" sind, sondern Gottesdienstteilnehmer -

dass wir keine Gäste sind, sondern Brüder und Schwestern;

dass der Gottesdienst keine Veranstaltung ist, sondern ein gemeinsames Fest mit Jesus als Gastgeber.

Evangelische dürfen nach katholischer Lehre nicht an der Eucharistie teilnehmen, die Kommunion nicht mitfeiern.

Bei großen Festen wie Firmung und Erstkommunion wurde in Steverin schon eigens drauf hingewiesen.

Ich kenne die theologischen Überlegungen, die da dahinterstehen, kann sie auch teilweise nachvollziehen.

Trotzdem befremdet es mich.

Der ökumenische Gottesdienst zur Eröffnung der Bürgerwoche ersetzt bei den Evangelischen voll gültig den konfessionellen Zehn-Uhr- Gottesdienst;

die Katholiken dagegen feiern ihn immer zusätzlich, im Anschluss an die heilige Messe.

Auch das befremdet mich, es kränkt mich ein wenig, alle Jahre wieder, obwohl ich die theologischen Begründungen kenne und auch irgendwo verstehen kann.

Unabhängig von Lehrmeinungen spricht mein Amtsbruder Ljubisic hier in Garching von der evangelischen "Kirche";

er führt Gespräche mit Evangelischen, auch mit mir, durchaus auf Augenhöhe -

das ist mein Eindruck, und das entlastet und erleichtert das ökumenische Miteinander sehr.

Und auch auf der Ebene der Amtskirchen gibt es Grund zum Freuen und Hoffen im Ringen um Gemeinsamkeit zwischen katholisch und evangelisch:

2017 ist das Jubiläumsjahr der Reformation, und erstaunlicherweise feiern das tatsächlich die Christen, auch die katholischen, in ökumenischer Gemeinsamkeit:

den Eröffnungsgottesdienst jetzt im Herbst feiert der Lutherische Weltbund in Schweden und zwar - mit dem Papst!

(wenn das Martin Luther hören würde!?)

Die Reformation wird eben nicht mehr in erster Linie als Kirchenspaltung gesehen,

sondern sie hat im Gegenteil eine ökumenische wie auch eine internationale Dimension.

Zusammenkommen zu wollen mit der katholischen Kirche,

das ist keine Kür neben den Pflichten der eigenen Konfession;

Für die Evangelischen ist die Ökumene eine Pflichtaufgabe.

Nach unserem Verständnis ist das kein beliebiges Hobby von Einzelnen, sondern Jesus Christus selber hat uns aufgetragen: bemüht euch um die Einheit und die Einigkeit -

auch wenn ihr dazu Kompromisse schließen und immer wieder auch nachgeben müsst.

Denn wir werden nur gemeinsam zum Ziel kommen.

Das Pfingstfest ist das Hochfest des Heiligen Geistes, das Hochfest für gegenseitige Verstehen;

Den Bibelfesten unter uns fällt die Geschichte vom Turmbau zu Babel ein -

die Menschen wollten einen Turm bauen bis in den Himmel, und das hat genau so lange funktioniert, wie sie miteinander haben reden können. Nachdem ihnen Gott die gemeinsame Sprache genommen, ihre Sprachen verwirrt hatte,

war´s vorbei mit der Verständigung und der Kooperation, und das Bauprojekt musste auf Eis gelegt werden.

Die Geschichte von Pfingsten wird gern als die Gegengeschichte zum Turmbau von Babel angesehen -

hier die Sprachverwirrung, da das große Verstehen:

zum Wallfahrtsfest fünfzig Tage nach der Auferstehung waren die verschiedensten Nationalitäten beinander:

Italiener, Griechen, Türken,Kurden, Syrer, Libanesen, Palästinenser, Israelis, Araber, Ägypter, Libyer.

Die Apostel haben gepredigt, und all die Wallfahrer "hörten sie in ihren eigenen Sprachen reden."

DieApostel haben in ihrer eigenen Sprache gepredigt -

und die Zuhörer haben die Rede in je ihrer eigenen Sprache gehört und verstanden.

Da wurde gerade nicht ein christliches Esparanto erfunden,

nicht die Einheitssprache für alle.

Die vielen Ausländer mussten sich nicht erstmal alle anpassen

und die Sprache lernen

und die Kultur

und die liturgischen Gewohnheiten.

Sie wurden nicht erstmal an die Sache äußerlich herangeführt,

so wie die Konfirmanden erstmal das Vaterunser und das Glaubensbekenntnis lernen

und die Psalmen singen können und wissen, wie man sich in der Kirche benimmt -

dabei hat doch nichts davon mit dem Kern von Tod und Auferstehung zu tun.

Das sind alles nur äußere Formen der Botschaft.

Pfingsten ist gerade nicht das Fest, an dem alle gleich werden.

Der Heilige Geist wirkte nicht nur bei den Aposteln, an ihren Sprachfertigkeiten,

sondern der Heilige Geist wirkte auch in den Ohren, in den Köpfen der Hörer,

und jeder verstand in der eigenen Sprache.

Bei Bildern über Pfingsten werden gern Feuerzungen über die Köpfe gemalt: und die müssten über alle Köpfe gemalt werden, nicht nur über die Apostel.

Der Heilige Geist wirft eben nicht alle in den selben Topf,

schert nicht alle über den gleichen Kamm,

versorgt nicht alle mit denselben Worten und der selben Predigt,

sondern die Sprachenvielfalt darf sein.

Und das lässt sich ausweiten:

auch sonst darf die Vielfalt sein,

dürfen Lehrmeinungen und Predigten in verschiedenen Sprachen nebeneinander stehen,

verschiedenen Landessprachen und auch verschiedenen Glaubenssprachen.

Verschiedenen Konfessionen.

Verschiedenen Frömmigkeiten.

Verschiedenen Altersgruppen,

verschiedenen Nationen und Kulturen.

Und nicht nur in den Kirchen.

Auch im Alltag.

Garching ist deutlich bunter geworden.

Oft begegnet man Menschen verschiedenster Hautfarbe;

man hört die verschiedensten Sprachen, in den Straßen, auch in den öfftl. Verkehrsmitteln, in den Geschäften;

wenn Sie das hören - vielleicht auch angesprochen werden, in gebrochenem Deutsch oder auch auf Englisch,

was geht dann in Ihrem Inneren vor?

Fühlen Sie tiefen Respekt vor Menschen einer anderen Kultur

und bemühen sich, zu kommunizieren -

oder gibt es doch da und dort eine leise innere Stimme, die flüstert,

"lern doch du erstmal Deutsch..!"?

Regt sich leise Sorge, die bisher Fremden könnten den jetzt-schon-Einheimischen etwas wegnehmen?

oder eine Gefahr darstellen?

Wie schauen die Siebenbürger auf Mitmenschen, die jemanden aus Rumänien geheiratet haben,

schwingt da nicht manchmal ein Hauch Herablassung mit?

Und die Neu Angekommenen, wie schauen sie auf die, die sie hier vorgefunden haben?

Mit tiefem Respekt vor denen, die hier schon verwurzelt sind, die den Ort, das Land geprägt haben?

oder gibt es vielleicht auch hier Ressentiments, Vorurteile und Vorbehalte?

Haben wir sie schon mal gefragt? Reden wir überhaupt miteinander,

die Jetzt-schon-Einheimischen mit denen,

die eigentlich vielleicht gar nicht heimisch werden wollen,

sondern am liebsten zurückwollen in die Heimat,

nur ohne dort bekriegt zu werden und zu verarmen.

An Pfingsten in Jerusalem waren verschiedenste Nationalitäten beisammen,

und alle hörten die Pfingstpredigt in ihrer eigenen Sprache.

Sie mussten nicht "erstmal eine bestimmte Sprache lernen", sich nicht "erstmal anpassen" und nicht erst eine gemeinsame Kultur pflegen. Sie mussten auch nicht erstmal eine gemeinsame Bekenntniserklärung unterzeichnen.

Sie mussten einfach nur die Ohren aufsperren und zuhören:

Dass Jesus für uns gestorben und auferstanden ist,

das darf jeder in seiner eigenen Sprache hören, und die Unterschiedlichkeiten dürfen einfach nebeneinander existieren.

Also dürfen vielleicht auch katholische und evangelische Kirche gemeinsam, nebeneinander und miteinander existieren.

Denken Sie an das Pfingstfest, das Hochfest der Sprachenvielfalt und der Verständigung,

wenn Sie wieder mal "fremdeln", unter ganz vielen Katholiken,

oder in der Fußgängerzone unter ganz vielen dunkelhäutigen jungen Männern.

Die Apostel haben in ihrer Muttersprache gepredigt,

und jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache.

Also sollten die Evangelischen ruhig auch zuhören, wenn der Papst predigt.

vielleicht ist ja auch was in Ihrer Herzenssprache, in Ihrer Glaubenssprache dabei.

Und die Katholiken hören zu, wenn sie auf einer evangelischen Beerdigung sind -

auch da weht der Heilige Geist, auch da kann was dabeisein von der einen, wahren christlichen frohen Botschaft.

Über die Köpfe und in die Herzen der anderen ist derselbe Heilige Geist ausgegossen wie über uns,

und eine Menge Verschiedenheit lässt sich gut ertragen, wenn wir nur glauben:

Jesus Christus starb für uns alle,

ist für uns alle auferstanden

und lebt und regiert

mit dem Vater und dem Heiligen Geist, jetzt und in Ewigkeit.

 
Das Abendmahl PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kathrin Frowein   
Dienstag, den 03. Mai 2016 um 09:29 Uhr

Liebe Brüder und und Schwestern,

wenn es harte Eier gibt - bunte harte Eier - und Schokohasen -

dann ist Ostern.

Und zum Osterfest gehört eine Geschichte aus der Bibel dazu! - die Auferstehung.

Wenn es Lebkuchen gibt und Spekulatius und Plätzchen und Mandarinen -

dann ist Weihnachten.

Und auch zum Weihnachsfest gehört eine Geschichte aus der Bibel dazu!

- die Geburt von Jesus im Stall von Betlehem.

Wenn es Hostien und Saft oder Wein in der Kirche gibt -

dann ist Abendmahl.

Und auch da gibt es Geschichten aus der Bibel dazu.

Vielleicht wissen da ja auch die Großen noch Beispiele:

Geschichten aus der Bibel über das Essen.

Apfel bei Adam und Eva/ Passahmahl beim Auszug aus Ägypten/ Speisungswunder / Mahle von Jesus mit Zöllnern, Sündern, mit seinen Freunden... auch nach der Auferstehung..

und eine, die vom Abendmahl, ist besonders eng mit Jesus Christus verbunden.

Ich erzähle sie euch:

Jesus ist mit seinen Freunden laaaaaaaaaaange gewandert.

Ihnen haben die Füße weh getan.

Endlich hat Jesus gesagt, hier können wir einkehren und Pause machen und essen.

Endlich hinsetzen...

alle zwölf ziehen genüßlich die Schuhe aus...

Wahrscheinlich hat man das gerochen.

Die Männer haben sich umgeschaut: wo kann man sich denn hier die Füße waschen? weil nachher beim Essen sitzen ja alle barfuß am Boden, die Füße beim Essen...

Da schleppte Jesus einen Eimer herbei. Er stellt ihn vor Petrus auf den Boden und hockt sich daneben, mit einem Waschlappen, komm, ich wasch deine Füße!

Petrus weicht zurück: um Himmels willen, kommt ja nicht in Frage. Is ja peinlich.

Meine Stinkefüße wasch ich mir selber - warum willst du das denn machen?

Jesus schaut ihn an und lächelt und sagt: weil du mein Freund bist.

Und weil ich dein Freund bin. Wir gehören zusammen.

Drum möcht ich dir gerade was Gutes tun.

Dem Petrus wird es ganz warm ums Herz, als ob er ein Geschenk bekommen hätte. Sowas liebes! Na gut, dann läßt er sich eben von Jesus die Füße waschen - und danach alle anderen Jünger auch.

Jetzt duften sie alle.

Im Wohnzimmer sitzen sie dann im Kreis auf dem Boden; sie zünden Kerzen an, viele Kerzen, damit es festlich und feierlich aussieht.

Es gibt Braten und Brot und Wein... vielleicht haben sie miteinander gesungen, und Petrus schaut in die Kerzenflammen. Sie flackern und leuchten; vorhin war´s dem Petrus schon warm ums Herz, und jetzt, mit vollem Bauch und im Kreis der Freunde, da ist er innerlich glücklich und spürt, wir alle und Jesus, wir gehören zusammen.

So wie heute abend, so soll es immer sein.

Wir vertragen uns alle, wir lachen, wir ruhen uns aus und feiern miteinander.

Jesus nimmt das Brot in beide Hände,

so ein Fladenbrot. Und er sagt:

schaut mal, dieses Brot ist aus Mehl. Das waren mal ganz viele einzelne Getreidekörner - und jetzt sind sie zusammen, ein einziges Brot ist draus geworden.

Und so sollt ihr auch sein: ihr seid viele Einzelne und ihr sollt fest zusammenhalten.

Und Jesus bricht das Brot auseinander.

Er teilt es seinen Freunden aus und sagt:

So sollt ihr auch miteinander teilen.

Ihr braucht nicht zu streiten.

Ihr braucht auch um mich nicht zu streiten.

Es ist genug da für jeden.

Dann greift er einen Kelch und hält ihn hoch:

schaut mal. Aus vielen einzelnen Weintrauben ist Saft geworden.

Dieser Kelch ist nicht einfach nur ein Getränk.

Das ist ein Siegerpokal.

Und ihr dürft alle draus trinken und dürft euch als Sieger fühlen.

Denn ich (Jesus), ich opfere mich

für euch

am Kreuz.

Damit nie mehr irgendjemand geopfert wird.

Ich werde getötet werden.

Ich werde mein Blut vergießen,

und ihr sollt nie mehr Blut vergießen und Kriege führen.

Ihr gehört zusammen.

Wir, ihr und ich, wir gehören zusammen.

Und immer, wenn ihr euer Brot teilt, so wie heute abend,

und wenn ihr miteinander Saft oder Wein trinkt

und an mich denkt,

dann bin ich euch genauso nahe wie heute abend. Für immer.

******

Deshalb gibt es in der Kirche manchmal was zu essen:

ein besonders Brot, nicht weil Goldstaub drauf wäre -

aber ein heiliges Brot.

Weil wir zusammengehören - und weil wir zu Jesus gehören.

Und dazu gibt es immer auch was zu trinken,

Traubensaft oder Wein - heiliger Saft, heiliger Wein:

weil sich Jesus geopfert hat,

weil wir niemanden mehr opfern sollen

und weil wir kein Blut vergießen sollen.

Und deshalb - nun wende ich mich besonders auch an die erwachsenen Gottesdienstteilnehmer:

wenn Sie zum Gottesdienst kommen

und Ihr Stammplatz ist belegt.

Da sitzt schon wer. Am Ende - ein Fremder.

Freuen Sie sich! ein Gottesdienstteilnehmer!

Verscheuchen Sie ihn nicht - auch nicht, wenn es Ihr Stammplatz ist.

Überlassen Sie ihm freundlich den besten Platz,

rutschen Sie eins weiter.

Vielleicht stellen Sie sich sogar vor, fragen auch den anderen nach seinem Namen, sagen, herzlich willkommen!

Denn wir gehören zusammen.

Und wenn dann der Gottesdienst anfängt -

und der Mensch an der Kanzel nuschelt.

Sie verstehen den Wochenspruch nicht

oder den Taufspruch

oder die Fürbitten.

Schimpfen Sie nicht.

Suchen Sie selber Bibelverse in Ihrem Herzen.

Freuen Sie sich, dass sich da jemand traut und mitmacht im Gottesdienst und dadurch seinen Glauben stärkt.

Wir gehören zusammen.

Und wenn wir Abendmahl feiern

und es geht nicht ganz reibungslos:

Jemand drängelt.

Jemand hat ein unruhiges Kind dabei.

Jemand kennt sich nicht aus,

und sagt „Danke!“ statt „Amen“

oder jemand trinkt den halben Kelch leer.

Oder jemand flüstert

jemand kichert...:

Freuen Sie sich.

Wir stehen nicht allein am Altar.

Wir haben eine Gemeinde zum Feiern.

Wir haben lebendige Menschen um uns herum.

Eine bunte Gesellschaft ist das, die da in der Kirche zusammenkommt:

ordentliche Herrschaften im Sonntagsstaat,

tief vertraut mit der Liturgie, alle Lieder können sie auswendig mitsingen...

Und andere, im Kapuzenpulli vielleicht

oder im Sommer mit kurzen Hosen,

vielleicht vor fünf Jahren das letzte mal in der Kirche gewesen-

jetzt kämpft er oder sie mit dem Gesangbuch, kann allenfalls mitbrummen und weiß nicht, wann man aufstehen und wann man sich hinsetzen muss.

Schön, dass sie alle zusammenkommen.

Schön, dass bei uns so viele zusammenkommen.

Wir gehören zusammen.

Zumindest in diesem einen Moment am Altar;

alle kriegen das gleiche, heilige Brot,

den gleichen heiligen Saft;

alle brauchen das gleiche:

alle brauchen wir Gott und unsere Mitmenschen,

keiner ist besser, keiner ist schlechter,

keiner muss draussen bleiben,

und zumindest für diesen Moment

wollen wir allen Streit vergessen,

das Kriegsbeil begraben

und Gott herzlich bitten,

dass er bei uns bleibt und dass er uns Frieden schenkt.

- Zum Osterei gehört eine Geschichte von Jesus: welche?

- Zu Plätzchen und Spekulatius gehört eine Geschichte von Jesus: welche?

- und zu Brot und Saft oder Wein in der Kirche gehört eine Geschichte.

Eine ganz wichtige Geschichte:

wir müssen sie nochmal zusammentragen,

ich will sehen, wer hier aufgepasst hat.

Ich hab hier vorne vier Suppenschüsseln umgedreht auf dem Boden.

Da drunter versteckt sich immer ein Hinweis,

ein Gegenstand, der zur Geschichte von Brot und Saft mit Jesus dazugehört.

Immer EIN Kind darf mit der Ines EINE der Schüsseln lüpfen -

und dann schauen wir, welcher Teil der Geschichte euch da wieder einfällt...

******** Stiefel/Waschlappen; Kerze; Hostien; Kelch.

Ihr habt toll mitgemacht. Danke.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft...

 
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