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Predigten
Erntedank 2016 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kathrin Frowein   
Dienstag, den 04. Oktober 2016 um 07:54 Uhr

Liebe Brüder und Schwestern,

gestern saß ich auf der Terrasse;

ich wärmte mir die Finger an meiner Frühstückskaffeetasse

und warf noch einen Blick in die Süddeutsche.

Danach wollt ich mich dann an meinen Schreibtisch setzen,

den Gottesdienst vorbereiten.

Im Serviceteil informieren die Kirchen über das Angebot heute:

vierzehn evangelische Gottesdienste an einem einzigen Vormittag hier in München;

soll ich mich jetzt wirklich hinsetzen und einen fünfzehnten entwerfen?

Ist das wirtschaftlich? Ist das notwendig? Ist das sinnvoll?

Ich hab das gemacht.

Ich kenn zwar viele Kollegen,

aber - ich hab mir nicht deren Manuskripte zuschicken lassen, um Ihnen einfach die vorzulesen.

Wäre ja denkbar. Mach ich auch manchmal.

Aber es ist nicht die Regel, warum eigentlich nicht?

Beim Kino läuft ja auch ein und derselbe Film in vielen Theatern.

Oder wir könnten es machen wie die Banken und die Post, unsere Filiale zusperren:

und die, die Gottesdienst feiern wollen, die verteilen sich auf die anderen Kirchen, auf die vierzehn oder mehr Gottesdienste in München.

Alle anderen feiern schließlich auch heute Erntedank,

alle haben vermutlich eine irgendwie ähnliche Dekoration am Altar,

singen aus dem selben Gesangbuch und lesen sogar die selben Abschnitte aus der Bibel.

Und trotzdem ist genau das hier heute Ihre Kirche, Ihre Gemeinde, Ihr Gottesdienst -

genau hier fühlen Sie sich vielleicht besonders zu Hause,

haben vielleicht sogar einen Stammplatz,

eine Geschichte mit diesem Raum;

vielleicht spüren Sie Gottes Nähe in Ihrer eigenen Kirche ein bißchen deutlicher,

kennen vermutlich das eine oder andere der Gesichter um Sie herum,

haben hier schon öfter mal wichtige Feste erlebt, vielleicht Weihnachten, vielleicht Ostern, vielleicht eine Hochzeit oder - wie unsere Jugendlichen nächste Woche, die eigene Taufe oder die Konfirmation.

Und selbst wenn jemand nur selten sonntags hierher kommt,

oder eigentlich nie,

trotzdem weiß in Garching hoffentlich fast jeder, wo Laudate ist,

wo er oder sie einen Pfarrer findet, falls er mal einen braucht, weil er oder sie kirchlich heiraten oder ein Kind taufen lassen will oder einen Angehörigen kirchlich beerdigen lassen möchte.

Deshalb bleiben viele evangelische Garchingerinnen und Garchinger Mitglied der Kirche, treten nicht aus der Kirche aus, sondern tragen und finanzieren die Kirche durch ihre Kirchensteuer und fühlen sich ihr vielleicht auch irgendwo verbunden und zugehörig.

Gar nicht mal nur wegen der Prominenz in der Kirche - dem Herrn Bedford-Strohm oder Margot Käßmann oder Frau Breit-Kessler, sondern Ihretwegen.

Dass es noch Kirchenmitglieder gibt in Garching,

etwa 2500 - das liegt an Ihnen.

Das liegt an Ihnen, die Sie öfter und aktiv dabei sind,

die Sie sich identifizieren mir Ihrer Gemeinde,

so sehr, dass Sie sich engagieren,

Gemeindebriefe austragen, Blumen für den Altarschmuck bringen,

im Kirchenvorstand und im Mesnerdienst mitwirken,

Besuche machen, im Chor singen,

beim Kindergottesdienst, bei der Kinderbibelwoche mitarbeiten oder im Konfikurs, im Zeltlager oder auf Kinderfreizeiten, beim Kirchenkaffee, bei der Spätlese, am Straßenfest, als Kirchenpfleger oder im Verkauf von Waren aus fairem Handel oder

mit Hilfe beim Streichen und Reparieren und Pflegen von Haus und Grundstück.

Andere Menschen, die sich nicht engagieren,

die haben eines Tages vielleicht ihre Gehaltsabrechnung in der Hand und sehen die Kirchensteuer und fragen sich:

"Warum gehör ich da eigentlich noch dazu, zur Kirche?"

Ist schließlich nicht ganz billig.

Und dann fallen Sie Ihnen ein.

Mitarbeitende der Kirchengemeinde,

echte Menschen mit Gesichtern und Namen.

Sie sind die Kommunikationskanäle der Kirchengemeinde.

Sie bringen Gemeindebriefe in die Häuser, sie stehen an den Zapfanlagen und Kaffeemaschinen der Laudatekirche, sie geben dem Chor Ihre Stimme,

Sie geben der Gemeinde ein Gesicht.

und Sie stehen für eine Gemeinschaft,

für eine Institution,

Sie sind Repräsentanten und Bürgen -

und das finden die Leute gut,

dass es Sie gibt, und dass es Ihr Engagement gibt,

dass es ihre Kirchengemeinde gibt.

Und deshalb bleiben sie Mitglied.

Bleiben der Kirche, der Kirchengemeinde verbunden, auch wenn sie kaum je auftauchen.

Ich sehe ja oft Menschen zu einem punktuellen kirchlichen Anlass, einer Amtshandlung, meistens als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei einer Beerdigung.

Und leise bewegt mich eine Hoffnung,

die erfüllt sich fast nie:

Ich stell mir immer vor:

wenn ich das gut genug mach, dann müssten doch eigentlich alle Ausgetretenen wieder eintreten.

Und alle, die diese Kirche kaum je von innen gesehen haben, die müssten doch eigentlich künftig jeden Sonntag kommen und mitfeiern und regelmäßige Kirchgänger werden.

Das funktioniert aber nicht. Nur ganz, ganz selten.

Auch wenn ich mir noch so viel Mühe gebe.

(Andersrum funktioniert es schon! Wenn ich es nicht ordentlich mach,

wenn ich schlampig bin oder schlecht vorbereitet oder lieblos,

dann treten die Leute manchmal aus aus der Kirche, verärgert. Zu recht verärgert.

Aber wenn es ein Pfarrer gut macht, treten sie deshalb noch lange nicht wieder ein.

Und durch einen ordentlichen Gottesdienst aus Anlass einer Hochzeit oder einer Beerdigung werden aus Menschen mit wenig Anbindung an die Gemeinde trotzdem keine fleißigen Kirchgänger. Jedenfalls nicht für fast jeden Sonntag im Jahr.

Genauso wenig wie durchs Gemeindebrieflesen oder dadurch, dass sie beim Straßenfest draußen unter unserem Kirchturm ihr Bier trinken.

Aber sie bleiben Mitglied.

Sie zahlen Kirchensteuer und sagen, ich bin und bleibe bewusst und gern evangelisch.

Und dafür bin ich dankbar.

Warum?

Klar, die Kirche ist mein Arbeitgeber, und es ist toll, wenn man wo arbeiten kann, wo man sich identifiziert;

aber auch um der Sache willen bin ich dankbar, dass die Kirche Arbeitgeber sein kann, dass sie sogar hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigen kann.

Nicht weil ein Pfarrer was Besonderes wäre und ohne uns wär die Welt verloren;

was ich beruflich tue, das kann theoretisch jeder.

Früher sind ja viele dieser Aufgaben vom Familienvorstand erledigt worden,

Kinder taufen, Kinder unterweisen im Sinne von Religionsunterricht und Kindergottesdienst,

am Grab eine Rede halten, ein Gebet sprechen,

Kranke besuchen,

Gottes Segen weitergeben an Konfirmanden und Brautpaare.

Aber vieles davon muss ja unter der Woche und tagsüber stattfinden.

Wer Geld verdienen muss, hat da keine Zeit,

und manchmal gibt es in den Familien eben auch keinen, der sich das zutraut.

Gäbe es keine Kirchengemeinden mit Mitarbeitenden, mit Pfarramtssekretärin und Diakon, mit Jugendbeauftragter und Pfarrerin, dann würde hier vielleicht die Kette abreissen,

die Kette der Botschafter, der Weitergabe der Frohen Botschaft von Gott,

seit der Erdenzeit von Jesus, den allerersten Gemeinden durch zweitausend Jahre Weltgeschichte und Kirchengeschichte hindurch bis heute.

Jesus hat keine Amtskirche gegründet,

keine Körperschaft des öffentlichen Rechtes mit Steuerprivilegien und Berufstheologen.

Aber wenn sich die nicht entwickelt hätte,

diese Institution,

dann hätten viele von uns, mich eingeschlossen, vermutlich von Jesus Christus nie was erfahren.

Das sieht man zum Beispiel an den Jugendlichen in der tschechischen Republik,

auch in der ehemaligen DDR;

ohne Kirche hätten wir vielleicht nie was von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist erfahren,

hätten keine Beziehung aufbauen können,

kein Vertrauen zu diesem Gott aufbauen und an ihn glauben können.

Wir würden vielleicht seine Nähe nicht oder weniger spüren

wir würden nicht mit ihr leben können,

nicht beten, nicht auf ihn hoffen.

Eine trostlose Vorstellung.

Im wahrsten Sinne ohne Trost und trostlos.

Aber es gibt Kirchengebäude, es gibt die Laudatekirche.

Da kann man hingehen, mit ihr kann man sich identifizieren,

vielleicht weil man damals mitgebaut hat oder mit finanziert

oder weil man dort im Keller Jugendparties mitgefeiert oder mitorganisiert hat,

oder weil hier zweimal im Jahr der Schulgottesdienst war.

Es gibt Menschen, die kennt man, die gehören dazu:

vielleicht haben die mitgebaut und mitfinanziert und mit organisiert und sich engagiert -

und die helfen gemeinsam mit, tun ihr Bestes, dass die Kirche weiter bestehen kann,

und damit auch unsere Urenkelkinder und deren Kinder

Gott kennenlernen und mit ihm leben können.

Menschen heute, in der Vergangenheit und in der Zukunft verdanken Ihnen und Ihrem Dienst ihr Gottvertrauen, ihren Glauben, die Hoffnung auf Gott,

auf Erfüllung, Vollendung und ewiges Leben.

Auch das ist Ernte, wie Äpfel und Getreide und Kartoffeln.

Dankbar besinnen wir uns auf die, die gemeinsam mit dem Heiligen Geist die Kirche am Leben halten, weil die Menschen bis heute die Kirche brauchen.

Auch wenn sie gar nicht hingehen.

Aber es ist wichtig, es ist notwendig, dass es sie gibt.

Nicht nur irgendwo, im Fernsehen, oder (wie heißt das bei Obi?) "vierzehn Mal in München",

sondern "einmal ganz in Ihrer Nähe":

mitten in Garching, in der Laudatekirche und ihrer Gemeinde.

Und auch für diese Ernte danken wir Ihnen, danken wir einander und danken wir Gott:

Es gibt eine evangelische Kirchengemeinde, eine Ortsgemeinde in Garching - Gott sei Dank.

Deshalb hab ich auch gestern morgen auf der Terrasse irgendwann meine Zeitung zusammengefaltet und weggelegt und bin an die Arbeit gegangen - weil diese Arbeit eine Bedeutung hat, auch wenn es vielleicht erstmal keiner merkt, und auch wenn immer irgendwer findet, des müsste man alles ganz anders machen.

Denken Sie dran, wenn Sie das nächste mal Ihr Packerl Gemeindebriefe aus dem Foyer holen und dann vielleicht seufzen, weil das Austragen mühsam ist. Weil man immer klingeln muss, damit einen jemand reinlässt, oder weil man Namen oder Adressen nicht findet;

denken Sie dran, wenn Sie Geburtstagsglückwünsche überbringen, oder wenn Sie sich vielleicht nach einem langen Arbeitstag noch aufraffen zu einer Sitzung vom Kirchenvorstand oder zu einer Probe vom Chor: Ihr Dienst hat eine Bedeutung, für Ihre Mitmenschen, für deren Gottvertrauen und für das Reich Gottes.

Denn Jesus selber sagt, "was Ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Amen.

 
Predigt am 26.06.2016 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sabine Brand-Lehmann   
Donnerstag, den 30. Juni 2016 um 08:26 Uhr

PREDIGT IM GOTTESDIENST DER LAUDATEKIRCHE, gehalten von Prädikant Schöttl

AM 26.06.2016

Text: 1. Korintherbrief 1, 18-25

Liebe Gemeinde,

wir haben Ende Juni und gerade die ersten richtig heißen Sommertage hinter uns. Die beherrschenden Themen sind der Brexit und die EM.

Und da hören wir heute einen Bibeltext, der eher zum Karfreitag passt, obwohl der doch schon wieder ein Vierteljahr zurückliegt. Paulus schreibt über das Kreuz, er rückt es heute in den Mittelpunkt, in unser Bewußtsein.

Das Kreuz ist das Zeichen von uns Christen. Wir finden es in, auf und an Kirchen, auf Friedhöfen, Berggipfeln, am Wegrand, manchmal auch am Straßenrand, in privaten Wohnungen und öffentlichen Gebäuden, in den Herrgottswinkeln oberbayerischer Gastwirtschaften und viele tragen es an der Kette um den Hals – auch solche, die vielleicht mit dem christlichen Glauben gar nicht so viel anfangen können.

Paulus geht es nicht um Folklore oder Schmuckstücke. Als er diese Zeilen an die Korinther schreibt, war das Kreuz keineswegs und auch noch lange nicht das Erkennungszeichen der Christen. Das lag eben daran, daß sich Viele schwer taten mit diesem römischen Henkerzeichen für Schwerverbrecher.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, daß Paulus sich halt mit den damaligen geistigen und religiösen Strömungen auseinandersetzte – mit den frommen Juden, die den gekreuzigten Jesus nicht als Messias akzeptieren wollten und konnten und mit den hochgebildeten Griechen, in deren Geister- und Götterwelt für einen gekreuzigten Gott auch kein Platz war. Für sie war ein schwacher Gott schlichtweg Schwachsinn.

Bis heute ist das so geblieben. Das zeigte nicht nur die Diskussion um Kreuze in Klassenzimmern. Viele Menschen stellen sich lieber vergoldete, bauchige Buddhastatuen ins Wohnzimmer, weil sie mit dem Gekreuzigten nichts anfangen können bzw. den Anblick für abstoßend halten.

Aber Paulus schreibt nicht vom Kreuz als Symbol, sondern von dem, was dort geschehen ist. Und genau genommen sind es drei ziemlich komplexe Themen, die er da anschneidet:

Der erste Brocken ist die Aussage: Nicht alle Menschen kommen in den Himmel. Es gibt „Verlorene“ und „Gerettete“. Es wird einmal „Heulen und

Zähneklappern“ geben, wie es Jesus mehrmals ausgedrückt hat.

Es gibt Verlorene – für Viele ist das ein unerträglicher Gedanke.

Wie kann ein Gott der Liebe das zulassen? Wie kann er zulassen, dass Menschen verloren gehen, im Finstern bleiben? Wo bleibt da die alles umfassende Liebe Gottes? So fragen viele.

Stichwort EM: Vor einiger Zeit gab es in der Bunten ein Interview mit Sepp Blatter, damals noch FIFA-Präsident. Da sagte er, daß er ein gläubiger Mensch ist und ihm sein Glauben Halt gibt. Und er sagt: In einem Punkt ist er anderer Meinung als der Papst. Herr Blatter ist nämlich davon überzeugt: es gibt keine Hölle. Und für korrupt hält er sich übrigens auch nicht.

Vor 20 Jahren – 1996 – hat die anglikanische Kirche diese Spannung etwas abgemildert, indem sie per Synodenbeschluss die Hölle abgeschafft hat; es gebe lediglich die Alternative zwischen ewiger Seligkeit und völligem Ausgelöschtwerden.

Ich weiß nicht, ob sich die Wirklichkeit nach diesem Synodenbeschluss richten wird oder ob das dann nur für Anglikaner gilt – aber die beiden Beispiele zeigen, wie gerne wir diesen Gedanken beiseiteschieben oder schön reden. Und dennoch steht es so in der Bibel, sogar mehrmals: Es gibt Gerettete, Erlöste und es gibt Verlorene, Ausgelöschte.

Die Frage bleibt: Wie kann ein Gott der Liebe das zulassen, daß Menschen sich endgültig von ihm abwenden?

Ich glaube, gerade weil Gott der Gott der Liebe ist, muß er das zulassen. Denn die Grundbedingung für Liebe ist Freiwilligkeit. Liebe kann nur freiwillig sein, niemals erzwungen. Und darum muß Gott, der uns Menschen liebt, und der uns Menschen geschaffen hat, damit wir uns mit seiner Liebe beschenken lassen und diese Liebe erwidern und weitergeben, uns Menschen Freiheit geben. Die Freiheit, uns in diese Liebesbeziehung hineinzubegeben. Und auch die Freiheit, diese Beziehung abzulehnen, sich von Gott abzuwenden und sich gegen ihn zu verschließen.

Das mag hart klingen, aber es ist unausweichlich.

Liebe kann es nicht geben ohne Freiheit, und Freiheit bedeutet immer die Möglichkeit, daß jemand „Nein“ sagt statt „Ja“. So wie bei den Briten….

Gottes Liebe, Gottes Einladung, Gottes Beziehungsangebot gilt jedem – unterschiedslos. Bedingungslos. Ich bin frei, mich zu entscheiden.

Das zweite große Thema, von dem Paulus schreibt, ist „Das Wort vom

Kreuz“.

Wie gesagt, Paulus schreibt nicht über das Kreuz als christlichem Symbol an sich, sondern über das, was dort am Kreuz geschehen ist. Das nennt er „Das Wort vom Kreuz“. Aber was meint er damit?

Ich glaube, es gibt viele „Worte vom Kreuz“.

Da ist zunächst das Kreuz als Solidaritätserklärung Gottes. Gott zeigt sich solidarisch mit uns Menschen. Solidarisch mit denen, die am Boden zerstört sind. Er distanziert sich nicht von dieser Welt, er distanziert sich auch nicht von den Menschen und ihrem Leid. Wir sind ihm nicht egal. Im Kreuz Jesu hat sich Gott mit uns Menschen solidarisch erklärt. Und er sagt: Woran auch immer du leidest, was es auch ist, ich bin da.

Oder ein anderes Wort vom Kreuz: Das Leiden wird überwunden nicht durch Abwehr, durch Ausweichen, sondern indem man es annimmt und geduldig trägt. Wie oft weichen wir aus, machen einen Bogen um das Leid?

Und noch ein anderes: das Böse wird nicht durch Kampf und Widerstand gebrochen und überwunden, sondern durch das Gute, durch Hingabe.

Am Kreuz zeigt sich die totale Umkehr aller menschlichen Werte durch Gott:

Was wir Menschen für Stärke halten, ist für Gott Schwäche. Was wir Menschen verachten, ist bei Gott angesehen. Was wir Menschen für wichtig halten, ist für Gott belanglos. Was wir Menschen achtlos übersehen, ist für Gott von entscheidender Bedeutung.

Das sind alles richtige Worte vom Kreuz, aber sie sind nicht DAS Wort vom

Kreuz. Denn: Sie sind alle mit dem Verstand einsichtig. Irgendwie sind sie früher oder später einleuchtend.

DAS Wort vom Kreuz, das Paulus hier meint, ist etwas anderes: Nämlich, daß Christus für uns getötet wurde, daß sein Tod unsere Sünde weggewaschen hat und den Tod selbst zunichte gemacht hat.

DAS Wort vom Kreuz: Jesus starb am Kreuz stellvertretend für uns, um uns reinzuwaschen von der Sünde, die uns von Gott trennt, um uns zu befreien von der Macht des Bösen. Das ist die Formel, das ist die Mitte des christlichen Glaubens. Deshalb wurde das Kreuz zum Zeichen unserer Kirche. Und das erregt Anstoß und trifft auf Widerstand. Damals wie heute.

„Das ist doch primitive Sühnopfertheologie“ sagen die einen.

„Ich kann mit einem blutrünstigen Gott nichts anfangen“ sagen die anderen.

„Wegen mir hätte Jesus nicht sterben brauchen“ sagen wieder andere.

Der gekreuzigte Jesus ist den einen ein Ärgernis, für die anderen dummes

Zeug.

Weil es nicht einzusehen ist, daß Gott Erlösung schafft, indem er selber in Jesus Christus Mensch wird und sich grausam abschlachten lässt. Das hätte sich doch sicher auch noch anders bewerkstelligen lassen. „Ich versteh nicht, warum das so sein mußte.“ So sagen viele.

Und um ehrlich zu sein: Ich verstehe es auch nicht – wohl niemand von uns.

Wahrscheinlich ist es auch gar nicht zu verstehen.

Aber deshalb muß ich es noch lange nicht beiseitelegen oder für dummes Zeug halten. Und damit sind wir schon mitten drin im dritten großen Brocken des heutigen Textes: Klugheit, Verstand und Vernunft auf der einen, Glaube auf der anderen Seite. „Die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit“ schreibt Paulus. Geht’s uns nicht manchmal auch so? Auch wir wollen Beweise, wollen Erklärungen, möchten verstehen.

Und dennoch: Ich verstehe nicht, wie mein Computer funktioniert – und habe trotzdem die Predigt auf ihm geschrieben.

Ich verstehe nicht, warum Uhu klebt – aber ich verwende ihn trotzdem.

Ich verstehe nicht einmal meine Gehaltsabrechnung – aber ich habe trotzdem Geld auf dem Konto – jeden Monat wieder.

Wer bin ich, daß ich mit meinem kleinen Verstand den Anspruch habe, das Geheimnis Gottes zu verstehen?

Ich glaube, der Zugang zum Wort vom Kreuz geht nicht übers Verstehen wollen, sondern übers Begreifen. Nicht über die Theorie, sondern über die Praxis. Nicht über die Gedanken, sondern übers Erleben.

Paulus hat des selber erlebt, als ihm Christus erschien und ihn, den hochgebildeten Juden und eifrigen Christenverfolger zur Umkehr rief.

Wir müssen kein Damaskuserlebnis haben wie er, aber trotzdem können auch wir etwas begreifen und erfahren.

Friedrich von Bodelschwingh hat das einmal so gesagt: „Niemand kann das Geheimnis des Sterbens Jesu fassen, der nichts von seiner eigenen Schuld weiß.“

Schuld. Sünde. Das sind Dinge, die wir gerne von uns wegschieben. Wer ist

schon schuldig? Die anderen, ja. Aber ich doch nicht. Viele von uns denken

so. Viele machen sich was vor und lügen sich damit in die eigene Tasche.

Mir hat einmal jemand erzählt, wie befreiend es für ihn, der viele Gespräche und Therapien besucht hatte, weil in seinem Leben einiges schief lief, wie befreiend es für ihn war, beim Abendmahl in der Kirche zu hören „Das ist mein Blut, für dich vergossen, zur Vergebung der Sünde“. Wie da plötzlich eine Zentnerlast von ihm abfiel und er erlebt: Durch seine Wunden sind wir geheilt. Und er damit Frieden fand.

Niemand kann das Geheimnis des Sterbens Jesu fassen, der nichts von seiner eigenen Schuld weiß. Das ist das Wort vom Kreuz, das Paulus hier meint.

Gott kann mir die Augen dafür öffnen, wer ich in Wahrheit bin und wie sehr ich auf das Kreuz angewiesen bin.

So, wie es Petrus erlebt hat und wie wir es vorhin im Evangelium gehört haben. In der Begegnung mit Jesus hat er plötzlich erkannt: Du und ich – wir passen nicht zusammen. Du bist voller Liebe – und ich bin oft lieblos. Du bist voller Wahrheit – und ich bin voller Notlügen und Ausflüchte. Das geht nicht mit uns. Geh weg von mir – ich bin ein sündiger Mensch.

Das stimmt. Aber trotzdem macht es nichts, denn all dieses Trennende und Bindende hat Jesus auf sich genommen, an sich genommen und mitgenommen ans Kreuz. Und dort ist es alles mit ihm gestorben – all das Trennende und Zerstörende und Niederhaltende.

Und Petrus hat die Kraft Gottes erlebt. Zusammen mit Paulus wurde er, dieser fehlerhafte, sündige Mensch, zum führenden Apostel der Christen.

In der kommenden Woche, am 29. Juni, haben die beiden ihren Gedenktag: Peter und Paul.

Petrus war kein größerer Sünder als wir. Dieses Angebot, dieses Geschenk Gottes gilt auch uns. So, wie es der Wochenspruch sagt: Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.“

Diese Gabe müssen wir nur annehmen.

Denn darum geht es in dem Wort vom Kreuz: Nicht daß wir Gott verstehen – das können wir gar nicht – sondern daß wir an ihn glauben, ihm vertrauen.

Nicht, daß wir Gott mit dem Verstand erfassen, sondern daß wir ihn erleben.

Im Wort vom Kreuz die befreiende und heilende Kraft Gottes erleben – nicht nur am Karfreitag, sondern alle Tage unseres Lebens.

 
Womit steht und fällt die Gemeinschaft der Christen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sabine Brand-Lehmann   
Dienstag, den 14. Juni 2016 um 14:38 Uhr

Predigt am 05.06.2016 in der Laudatekirche Garching, gehalten von Maximilian von Seckendorff

Thema: Womit steht und fällt die Gemeinschaft der Christen?

Lesung: Eph 2,17-22 nach Einheitsübersetzung

Er [Christus] kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen.
Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.
Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.

Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.

Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.

Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

PREDIGT


Liebe Gemeinde,

Jesus Christus hält uns als seine christliche Gemeinde zusammen.  

In ihm öffnet sich für uns ein Weg zu Gott.
Durch ihn werden wir zu Gottes Hausgenossen.
Auf ihn gründet sich die Kirche.
In dem Glauben an ihn können wir Gott im Lauf unseres Lebens immer näher kommen.

In der heutigen Predigt soll es um die Frage gehen:

Womit steht und fällt die christliche Gemeinde?
Damit Sie der Predigt gut folgen können, finden Sie den Text und die Kernaussagen auf einem Blatt abgedruckt.

Lassen Sie mich mit einer persönlichen Erfahrung beginnen:
Nach dem Abitur bin ich für ein Jahr lang für einen Freiwilligendienst in Nepal gewesen, bevor ich in München Physik und Theologie zu studieren begann. Überraschenderweise findet dort jedes Jahr das größte jüdische Passahfest der Welt statt. Mitten in Katmandu, in einem Hotel, für die vielen israelischen Touristen. Wir wollten zu dritt daran teilnehmen. Doch daraus wurde nichts.
„Sind Sie Juden?“ „Nein, Christen“ „Dann können Sie leider nicht am Passafest teilnehmen. Zutritt nur für Juden.“.
Wir empfanden das nicht als Unfreundlichkeit gegenüber uns persönlich.
Die Passafeier ist eben exklusiv für Juden gedacht.

Zur Zeit Jesu wurde mit Nichtjuden, wenn sie den Tempel betreten wollten, noch viel radikaler umgegangen. Auch nur den Vorhof des Tempels zu betreten, war ihnen unter Androhung der Todesstrafe verboten. Selbst wenn sie zu JHHW beten wollten. Es gab keinen Zugang. Unter Androhung der Todesstrafe!

Und das Allerheiligste war für alle außer den Hohepriester durch einen riesigen Vorhang versperrt.

Doch die alttestamentliche Schriftlesung deutet an einigen Stellen an, dass auch die Fremdvölker (wir zählen da auch dazu) zu Gott gerufen werden:

Jes 55,5: Völker, die du nicht kennst, wirst du rufen; Völker, die dich nicht kennen, eilen zu dir, um des Herrn, deines Gottes, des Heiligen Israels willen, weil er dich herrlich gemacht hat.

Jesus Christus tat genau das. Er wandte sich allen Menschen zu – auch aus anderen Volksgruppen. Bei seinem Tod zerriss der Vorhang im Tempel. Der Vorhang, der Gott von den Menschen trennte. Mit der Kreuzigung und Auferstehung Christi öffnet sich der Weg zu Gott für alle Menschen – für Nahe und Ferne. Damit beginnt das Predigtwort aus Epheser 2:

17 Er [Christus] kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen.

18 Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.

19 Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.

Die Schrift verheißt hier den Nahen und Fernen, also auch uns, dass wir in das Haus Gottes aufgenommen und im Himmel eingebürgert werden.
Das geschieht alles „im Geist“, d.h. es wird durch den Heiligen Geist vermittelt. Durch den Heiligen Geist wird Gott in uns lebendig. Er schenkt uns den Glauben, solange wir uns dafür öffnen.
Und der Glaube an Christus und seine Gnade reichen dafür aus, dass wir zu ihn gehören. Es gibt keinen Einbürgerungstest. Im Reich Gottes ist genug Raum.

Doch wenn einfach jeder kommen würde – ins Himmelreich Gottes – ohne ordentliche Regeln und Gesetze – kommt es auch zu Konflikten.
Damals, in Ephesus (heutige Türkei), gab es viele innergemeindliche Streitigkeiten zwischen Judenchristen und Heidenchristen, v.a. wegen der jüdischen Gebote.
Beide werden dazu aufgerufen, trotz der Unterschiede die Einheit im selben Geist zu bewahren.

Auch heute gibt es noch Trennungen zwischen Christen, z.B. beim Abendmahl. Der Ruf des Textes nach Einheit der Gemeinde unter demselben Geist Gottes ist daher früher wie heute aktuell.

Ich möchte nun die zentrale Frage dieser Predigt stellen:

Womit steht und fällt die weltweite Christengemeinde und wer gehört dazu? Dazu gibt das Predigtwort Antworten:

Eph 2,20: Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.

Jetzt dürfen alle baubegeisterten Menschen hellhörig werden. Die Kirche wird hier mit einem Bauwerk verglichen, das auf dem Fundament der Apostel und Propheten steht. Christus ist dabei der Schlussstein.

Stellen Sie sich ein Gewölbe vor. Von beiden Seiten aus setzt man Steine noch oben an und der Schlussstein, der als letztes ganz oben eingesetzt wird, hält alles zusammen.

Man kann das griechische Wort an dieser Stelle aber nicht nur mit Schlussstein, sondern auch mit Eckstein übersetzen. Dann können wir uns Christus als den Eckstein vorstellen, auf dem das gesamte Gebäude steht.

In beiden Fällen würde das Gebäude ohne Christus einstürzen.

Auch hier in unserer Kirche sieht man das gut. Wir haben vier tragende Balken. Sie stehen symbolisch für die Vielfalt unserer Gemeinde. Manchen ist die Predigt besonders wichtig, anderen die Musik, den jungen Familien vielleicht der Kindergottesdienst und die Jugendarbeit und wieder anderen die Gemeinschaft, die man z.B. beim Kirchenkaffee hat. Würde man den Eckstein oder die Verbindung zwischen den Balken wegnehmen, bricht alles zusammen.

Dieses Bild verdeutlicht: Die Kirche steht und fällt mit Christus. Ich möchte drei Gründe anführen (ohne sie im Detail auszuführen), warum Christus so essenziell für die Kirche ist:

  1. Menschen können zwar über Gott philosophieren, aber Christus als Sohn Gottes kann als Einziger wirklich über Gott und sein Reich Aussagen machen. Nur durch seine Verkündigung bekommen wir Zugang zu Gott.
  2. Christus, der unschuldig gestorben ist, nimmt uns unsere Schuld ab.
  3. Er hat in seiner Auferstehung den Tod besiegt. Indem wir an ihn glauben, können auch wir ewiges Leben erlangen.

Ohne Christus hätten wir wenig bis kein Wissen über Gott, keine Vergebung der Sünden und keine Zusage auf ewiges Leben.

Paulus stellt das in der Apostelgeschichte klar und deutlich dar:

Apg 4,11f
Er (Jesus) ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

Der Glaube an den auferstanden Christus ist das Erste und Wichtigste, das alle Christen gemeinsam haben. Paulus hebt an dieser Stelle hervor, dass nur Christus uns retten kann.

Doch wer gehört nun zur christlichen Gemeinschaft dazu?

Die Antwort ist zugleich einfach und kompliziert: Alle, die an den auferstandenen Christus glauben, gehören zur weltweiten christlichen Gemeinschaft dazu. Wir können sie als „unsichtbare Kirche“ bezeichnen, die alle „sichtbaren“ christlichen Konfessionen umfasst.

Dabei kann es Menschen geben, die an Christus glauben, aber keiner „sichtbaren Kirche“ angehören oder Menschen, die auf dem Papier Kirchenmitglieder sind, aber in ihrem Herzen nicht an Christus glauben. Ausschlaggebend ist der Glaube an den auferstanden Christus, den nur Gott und jeder selbst kennt.

Nun können wir fragen: Was ist mit Muslimen? Sie glauben zwar an Jesus als einen Propheten, aber nicht an dessen Tod und Auferstehung. Sie glauben daran, dass sie Allah nach ihren Werken richten wird. Wie sollten sie ohne den Glauben an Christus durch Gottes Gnade das Heil erlangen?

Über diese Frage kann aber nicht ich, sondern nur Gott urteilen.
Wir dürfen Andersgläubige nicht verurteilen, sondern müssen sie respektieren und sollten ihnen so viel Liebe wie möglich entgegen bringen.

An dieser Stelle soll es nun praktischer werden:

Welche Relevanz hat Christus heute noch für unser Leben?
Auch hierzu gibt uns das Predigtwort eine Antwort:

21 Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.

Christus kann – wenn wir uns dafür öffnen – in dreifacher Weise in unserem Leben wirken:

  1. Er hält uns als geistliche Gemeinschaft zusammen:
    In der Gemeinde können wir uns gegenseitig ermutigen, trösten, Fragen stellen und im Glauben erbauen. Wir können gemeinsam Gott suchen, zu ihm beten und ihn loben.
  2. Er führt uns – im Lauf unseres Lebens – näher zu Gott, z.B. durch morgendliche Bibellese, Gebet oder Mitarbeit in der Gemeinde.
    Dieser Prozess ist aber noch längst nicht abgeschlossen.
  3. Er hilft uns, als Einzelperson und als Gemeinde, zu wachsen:
    In Standfestigkeit in Glauben, Nächstenliebe und hoffentlich auch zahlenmäßig.

Die Gemeinde wird im Schriftwort sogar als heiliger Tempel Gottes bezeichnet. Der Epheserbrief wurde 80-90 n. Chr. geschrieben. Doch 70 n. Chr. ist der Jerusalemer Tempel zerstört worden. Die christlichen Gemeinden ersetzen also im geistigen Sinne den jüdischen Tempel. Die Kirche ist zum Heiligen Tempel Gottes geworden. Deshalb brauchen wir auch kein materielles Heiligtum mehr um Gott anzubeten.

Im Nicänischen Glaubensbekenntnis, das wir heute gemeinsam gesprochen haben, bekennen wir den Glauben an die „eine, heilige und apostolische Kirche“. Dazu gehören alle, die an den auferstanden Christus glauben – katholische, orthodoxe, evangelische und freikirchliche Christen.

Um das Bild von Kirche, das der Text hier auftut, abzurunden, will ich noch kurz die sieben Kennzeichen anführen, mit denen Martin Luther die Kirche beschrieben hat:

  1. Das heilige Gotteswort
    (Verkündigung, Glauben und Praxis),
  2. das Sakrament der Taufe
  3. das Sakrament des Altars (d.h. das Abendmahl),
  4. der Löse- und Bindeschlüssel
    (d.h. Buße und Vergebung der Sünden),
  5. das Amt der Kirche
  6. das gemeinsame Gebet und der Lobgesang
  7. und das heilige Kreuz

Dabei fällt auf, dass wir mit anderen Konfessionen, v.a. mit der kath. Kirche, alle diese Merkmale gemeinsam haben. Beim Abendmahl ist diese Einheit leider verloren gegangen. Dass evangelischen Christen die Teilnahme an der kath. Eucharistie verweigert wird, macht mich sehr traurig. Die Abendmahlsgemeinschaft zwischen den Konfessionen wiederherzustellen wäre mehr als wünschenswert.

Hier in Garching freue ich mich sehr über das starke Bewusstsein für die Einheit im Glauben und die intensiv gelebte Ökumene. Sogar unser Taufstein ist der kath. Schwestergemeinde gestiftet worden.

Wir sind im Glauben an Christus miteinander verbunden. An dieser gemeinsamen Wahrheit in Christus, dem Schlussstein der Kirche, können wir uns festhalten.

Ich möchte mit dem letzten Vers des Predigtwortes schließen:

22. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

An diesem Schlussvers wird deutlich, dass wir nicht durch unsere eigene Leistung, sondern durch den Heiligen Geist ein Teil von Gottes Wohnung werden.

Lasst uns Gott den Raum dafür geben.

Hier in der Laudatekirche ist architektonisch extra die Mitte symbolisch für das Wirken und die Gegenwart Gottes frei gelassen. Wenn wir in der Mitte unseres Herzen und im Zentrum unseres Lebens dem Heiligen Geist Raum geben, dann wird er uns Glauben schenken und uns immer näher zu Gott führen. Er erfüllt uns auch mit Freude, Liebe, Dankbarkeit und Hoffnung, in allen Lebenssituationen. Und er schenkt uns die Gewissheit, dass wir auch in Ewigkeit bei Gott sein werden.

In Gottes Wohnung ist noch viel Platz. Für uns und für andere, die fern von Gott sind. Lasst uns diese Menschen in voller Nächstenliebe auch dazu einladen, einen Blick in unsere Gemeinde und auf Christus zu werfen.

Zum Schluss fasse ich nochmals zusammen:

Mit Christus fängt alles an:
Er verschafft uns direkten Zugang zum Vater und macht uns zu Gottes Hausgenossen.

Die christliche Gemeinschaft steht und fällt mit dem Glauben an den auferstandenen Christus, der uns Zugang zu Gott verschafft, unsere Sünden vergibt und uns ewiges Leben ermöglicht.

Er heiligt und vereint die Gemeinde als Tempel Gottes.

Lasst uns deshalb Gottes Geist Raum geben, in uns zu wirken, und lasst uns Menschen in unsere Gemeinde einladen.

Amen.

 

 
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